[*.txt] Acht – Nephilim (Teil 4)

Ein neues Wort, eine neuer Teil meiner Nephilim-Geschichte für euch.

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Teil 4 – Acht

Ich sprang fröhlich hüpfend barfuß hinaus in unseren Garten hinter dem Haus auf die Wiese, spürte die tiefe Kraft der Erde unter mir und tanzte voller Freude eine ganze Weile beschwingt hin und her ehe ich mich später erschöpft ins frische Gras sinken ließ. Ich richtete meine Augen gen Himmel und beobachtete die flauschigen weißen Wolken, wie sie an mir vorbeizogen. Dann schloss ich für einen Moment meine Augen und genoss es, den Duft des Grases einzuatmen, das leise Zirpen der Grillen und das Rascheln von Blättern an den Bäumen zu hören und spürte die warmen Sonnenstrahlen auf meiner Haut. Es war einfach wundervoll wieder draußen zu sein, frei zu sein! Das hatte ich in den vergangenen Tagen so sehr vermisst. Mit einem zufriedenen Lächeln auf meinen Lippen öffnete ich meine Augen wieder und beobachtete, wie sich eine der größeren Wolken vor eine kleinere schob, sich mit ihr verband und sie gemeinsam weiterzogen. Diese Einfachheit der Natur um mich herum, der leise säuselnde Wind, das Gras unter mir, das alles machte mich unendlich glücklich.

Als es allmählich Abend wurde, ging ich wieder hinein ins Haus, in mein Zimmer und öffnete das Fenster ganz weit, um noch immer das leichte beschwingte Gefühl meiner neu gewonnenen Freiheit zu bewahren. Dann setzte ich mich auf mein Bett, zog mein Tagebuch hervor und notierte die neuesten Erkenntnisse des Tages bis Mom mich zum Abendessen rief.

Später stand ich erneut vor meinem Zimmerfenster und starrte hinaus in die Dunkelheit der aufkommenden Nacht, hinüber zum Silverton-Herrenhaus. Irgendetwas stimmte nicht mit diesem Haus. Denn egal wie oft ich es ansah, zog es mich magisch an. Vorsichtig stieg ich aus dem Fenster, kletterte auf dem Dachsims entlang und setzte mich vorn an die Dachkante, so dass ich meine Beine baumeln lassen konnte. Das hatte ich früher schon als kleines Kind gern gemacht, weil es für mich der beste Ort zum Entspannen und Nachdenken war, doch irgendwann hatte ich damit aufgehört. An den Grund konnte ich mich allerdings nicht mehr erinnern. Heute jedoch zog es mich wieder hinaus aufs Dach in die kühle Nacht. Sanft wehte der Wind umher und strich mir einige Strähnen meines blonden Haares aus meinem Gesicht. Ich glaubte, ihn flüstern zu hören. Die geflüsterten Worte konnte ich allerdings nicht verstehen. Schade eigentlich. Ich hätte gern gewusst, was der Wind zu berichten wusste …

„Skyler? Skyler?“ hörte ich meine Mom rufen ehe die Tür zu meinem Zimmer geöffnet wurde und meine Mom mich mit ihren Augen suchte.

„Hier bin ich!“, rief ich ihr zu.

Mom riss ihre Augen auf und kam zum Fenster geeilt.

„Was machst du denn dort draußen, Kind?“

„Entspannen und dem Wind lauschen.“

„Willst du nicht besser wieder reinkommen? Es ist gefährlich auf dem Dach.“

„Nein, Mom. Später vielleicht. Ich möchte noch ein wenig meine neu gewonnene Freiheit genießen.“

„Dann sei bitte vorsichtig und gib auf dich Acht, ja?“

„Mach ich, Mom.“

„Ich habe dir die stärksten Binden für deinen Schutzwickel ins Badezimmer gelegt, damit du sie gleich nach der Morgendusche anlegen kannst.“

„Ich danke dir!“

Ein Lächeln umspielte ihre Lippen als sie sich noch ein Stück weiter aus dem Fenster zu mir beugte und flüsterte:

„Bleib nicht mehr so lange hier draußen und geh dann ins Bett. Es war ein langer Tag. Ich hab dich lieb, Sky.“

„Ich dich auch, Mom. Gute Nacht.“

„Träum schön.“

Damit verschwand meine Mom vom Fenster und aus meinem Zimmer. Ich hörte, wie sie meine Zimmertür ins Schloss zog und genoss noch für eine Weile in der nächtlichen Einsamkeit den Ausblick von meinem Dachplatz hinüber zum Herrenhaus, welches auf dem Schwarzen Berg in vollkommener Dunkelheit lag.

Ich ahnte nicht, dass ich beobachtet wurde.

trennlinie-300x37Alle bereits veröffentlichten Nephilim-Kapitel könnt ihr noch einmal >> HIER << nachlesen.

 

 

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